1. Was macht eine Anwartschaft?
Eine Anwartschaft sorgt dafür, dass dein heutiger Gesundheitszustand eingefroren wird. Das bedeutet: Alles, was aktuell medizinisch bekannt ist, wird festgehalten – und alles, was später passiert, ist für den Versicherungsabschluss irrelevant.
In der Praxis heißt das: Egal ob später Allergien auftreten, Rückenprobleme entstehen oder du wegen scheinbar harmloser Beschwerden beim Arzt warst – diese Dinge spielen bei der späteren Aufnahme in die private Krankenversicherung keine Rolle mehr.
Warum das so wichtig ist, zeigt die Realität: Viele Studierende haben bereits kleine Einträge in ihrer Krankenakte, etwa wegen Allergien, Hautproblemen oder Verspannungen. Was harmlos klingt, kann später dazu führen, dass Versicherer Zuschläge verlangen, Leistungen ausschließen oder Anträge ganz ablehnen. Ohne Anwartschaft fällt das vielen erst dann auf die Füße, wenn es eigentlich schon zu spät ist.
Das Schöne ist: eine Anwartschaft kostet bei Lehramtsstudierenden meistens NUR 1€ PRO MONAT! Diesen Euro hat jeder im Monat!
2. Warum 99% der Lehrer*innen in die private Krankenversicherung wechseln?
Grundsätzlich ist die Entscheidung bundeslandabhängig, doch in den meisten Bundesländern gilt: Beamte erhalten keine volle Beihilfe in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Das bedeutet konkret:
‒ In der GKV müssen Lehrkräfte deutlich mehr Beitrag zahlen, oft mehr als das doppelte an Beitrag
‒ Die Leistungen sind in der Regel deutlich schlechter als in der PKV
‒ Kinder können später zu Top‒Konditionen privat versichert werden, da auch sie beihilfeberechtigt sind. Dazu kosten sie enorm wenig Beitrag (nur ca. 40€ bis 50€ monatlich)
Aus diesen Gründen ist der Wechsel in die PKV für die allermeisten Lehrkräfte langfristig die wirtschaftlich und qualitativ bessere Lösung.
3. Warum die richtige Wahl der Anwartschaft so entscheidend ist?
Mit einer Anwartschaft legst du dich dauerhaft auf eine Versicherungsgesellschaft fest. Der eingefrorene Gesundheitszustand gilt nur bei dieser Gesellschaft. Das hat eine wichtige Konsequenz: Später kannst du nur noch die Tarife dieser Gesellschaft wählen.
Wenn sich dein Gesundheitszustand verschlechtert hat, ist ein Wechsel zu einer anderen Gesellschaft praktisch ausgeschlossen.
Oder anders gesagt: Mitgehangen, mitgefangen.
Deshalb ist es enorm wichtig, die Anwartschaft nicht „irgendwo“ abzuschließen, sondern bei einer Gesellschaft, deren Qualität, Stabilität und Tarife auch in 30 oder 40 Jahren noch überzeugen.
Bedenke daher: die Wahl deiner privaten Krankenversicherung ist eine deiner wichtigsten Finanzentscheidungen in deinem Leben!
3. Welche Kriterien sollte man bei der Wahl der Anwartschaft beachten?
3.1 Qualität der Gesellschaft
3.1.1 Spezialisierung auf Beamte
Entscheidend ist die Spezialisierung auf Beamte und die Erfahrung im Beamtengeschäft. Gesellschaften, die seit Jahrzehnten Beamte versichern, haben in der Regel:
‒ passende Tarifwerke
‒ Erfahrung mit Beihilfe
‒ stabile Prozesse
Unerfahrene Anbieter sind hier klar im Nachteil oder haben in ihren Tarifen oft wichtige Leistungsmerkmale nicht enthalten.
3.1.2 Stabile Beiträge ‒ gute wirtschaftliche Bilanz ist ein Muss!
Die Beitragsstabilität hängt maßgeblich von folgenden Punkten ab:
‒ der Verzinsung der Rücklagen: je mehr Zinsen die Gesellschaft erwirtschaftet, desto weniger Beitrag muss sie auf Dauer von dir nehmen
‒ der Qualität des Versichertenkollektivs: arbeitet die Gesellschaft bei der Gesundheitsprüfung sauber, so hat sie deutlich weniger Risiko im Versichertenstamm und die Kosten explodieren auf lange Dauer nicht
‒ Langfristige Kalkulation der Beiträge: erfahrene Gesellschaften kalkulieren konservativer, dafür aber stabil. So entgehst du dem Risiko später deutliche Beitragserhöhungen zu erleben, weil die Gesellschaft falsch kalkuliert hat.
Ein negatives Beispiel ist die Debeka, da bei der Debeka über Jahre hinweg viele gesundheitlich vorbelastete Versicherte aufgenommen wurden. Die Folge sind in den letzten Jahren massive Beitragssteigerungen. Wer dort eine Anwartschaft abgeschlossen hat und gesundheitlich nicht mehr wechseln kann, bleibt in der Regel dauerhaft in diesem System gefangen.
3.1.3 Der Kundenservice ‒ Zuverlässigkeit, wenn es schnell gehen muss!
Ein guter Tarif nützt dir sehr wenig, wenn:
‒ Rechnungen langsam bearbeitet werden
‒ Leistungen unnötig abgelehnt werden
‒ man ständig nachtelefonieren muss
Ein schneller, klarer und verlässlicher Kundenservice ist im Krankheitsfall Gold wert.
Kleiner Tipp: am einfachsten ist es, wenn die Gesellschaft sogar eine App hat. Dann kannst du Rechnungen bequem per App an die Gesellschaft übermitteln und wichtige Dokumente vollständig digital verwalten.
3.1.4 Qualtität der auswählbaren Tarife
Nur die Tarife der Gesellschaft, bei der du die Anwartschaft gemacht hast, stehen dir später auch zur Verfügung. Dies gilt auch für deine Kinder, die nach der Geburt ohne Gesundheitsprüfung aufgenommen werden können.
Deshalb muss nicht nur die Anwartschaft, sondern vor allem die Tariflandschaft dahinter überzeugen. Eine Anwartschaft bringt dir nachher ziemlich wenig, wenn du nur schlechte Tarife zur Auswahl hast!
Die konkreten Leistungskriterien schauen wir uns jetzt an...
3.2 Qualität der Tarife ‒ welche Leistungskriterien sollte man beachten?
3.2.1 Gebührenordnung für Ärzte und Zahnärzte (GOÄ/GOZ)
Wichtig ist, dass Leistungen über den 3,5‒fachen Satz der GOÄ/GOZ hinaus erstattet werden. Die Gebührenordnung für Ärzte und Zahnärzte ist ein langer Katalog in dem alle Behandlungsmaßnahmen stehen und was diese für Privatpatienten kosten.
Daher sollte vor allem im station ären Bereich und bei den Zähnen keine Begrenzung der GOÄ/GOZ enthalten sein, da dort potenziell die höchsten Kosten entstehen können. Denn: viele Spezialisten rechnen höher als den 3,5fachen Satz ab. Ist der Tarif hier gedeckelt, bleiben schnell hohe Eigenanteile übrig, gerade bei wichtigen Behandlungen.
3.2.1 Der Beihilfeergänzungstarif
Die Beihilfe deckt nicht alles ab – besonders bei Zähnen entstehen oft erhebliche Lücken, da die Beihilfe dort nur wenig dieser Kosten übernimmt. Die Lösung: ein Beihilfe‒Ergänzungstarif übernimmt alle Kosten, die nach der Beihilfe übrig bleiben.
Zusätzlich besteht inzwischen ein politisches Risiko: Angesichts der starken demographischen Probleme unserer Sozialversicherungssysteme wird aktuell immer wieder heiß über die Beamtenprivilegien diskutiert. Viele fordern heute schon, dass Beamte sich in Zukunft stärker an Gesundheitskosten beteiligen sollen und deshalb die Beihilfe gekürzt werden soll. Ein Beihilhe‒Ergänzungstarif übernimmt die Kosten, die in dem Fall entstehen würden. Daher ist dieser unverzichtbar in der heutigen Zeit!
3.2.2 Zweibettzimmer oder besser & Privatärztliche Behandlung
Mehrbettzimmer im Krankenhaus sind oft unangenehm und stressig. Ständig kommen Angehörige des Bettnachbarn rein oder der Fernseher läuft, obwohl man nach der schwerden OP einfach nur regenerieren möchte! Daher ist es enorm sinnvoll mindestens ein Zweitbettzimmer zu nehmen, denn einfach so aufstocken geht später nicht mehr, wenn gesundheitlich was passiert ist.
Noch wichtiger: Du solltest dir im Krankenhaus den Spezialisten selbst aussuchen können. Nicht jeder diensthabende Arzt ist gut oder erfahren in dem operativen Eingriff, den du gerade brauchst. Daher ist die Möglichkeit sich den Arzt selber auszusuchen im Ernstfall gold wert!
3.2.3 Freie Arztwahl, kein Primärarztprinzip
Ein Tarif ohne Primärarztprinzip erlaubt dir, direkt Fachärzte aufzusuchen, ohne vorher zwingend über einen Hausarzt gehen zu müssen. Mit Primärarztprinzip kann es passieren, dass Facharztbesuche nur eingeschränkt möglich sind oder zusätzliche Kosten entstehen.
Gerade bei zeitkritischen oder spezialisierten Behandlungen ist die freie Arztwahl ein großer Vorteil. Sie sorgt für schnellere Diagnosen, bessere Behandlung und weniger bürokratische Hürden.
3.2.4 Psychotherapie
Gerade im Lehrberuf ist die Psyche ein zentrales Thema. Psychologische Ursachen sind in dem Berufsbild der häufigste Grund warum Dienstunfähigkeit eintritt. Daher ist eine wichtige Leistung, dass in einer notwendige Psychotherapie keine Begrenzung der Sitzungsanzahl vorliegt und im Optimalfall zu 100 % die Kosten einer Therapie übernommen werden.
3.2.5 offener Hilfmittelkatalog
Ein offener Hilfsmittelkatalog bedeutet, dass nicht nur konkret aufgelistete Hilfsmittel erstattet werden, sondern alle medizinisch notwendigen Hilfsmittel. Das ist besonders wichtig, da sich medizinische Technik ständig weiterentwickelt und neue Hilfsmittel heute oft noch gar nicht existieren.
Geschlossene Kataloge führen dazu, dass moderne oder spezielle Hilfsmittel nicht übernommen werden und hohe Eigenkosten entstehen. Ein offener Katalog bietet daher langfristige Sicherheit und Zukunftsfähigkeit des Tarifs.
4. Konsequenzen ohne Anwartschaft
4.1 Zahlen, Daten, Fakten zu den Annahmequoten
Wenn das bisher noch nicht gereicht hat, um die Bedeutung der Anwartschaft zu erkennen, dann lass uns einen Blick auf konkrete Zahlen, Daten und Fakten werfen.
Aus unserer Beratungspraxis erleben wir seit Jahren, dass sich viele Lehramtsstudierende viel zu spät mit dem Thema Anwartschaft beschäftigen. Häufig ist selbst im Master der Gesundheitszustand bereits nicht mehr „sauber“, weil sich kleinere oder größere Einträge in der Krankenakte angesammelt haben.
Wir haben daher die originalen Daten aus 6 Jahren Beratungsgesprächen ausgewertet und untersucht, wie die Annahmequoten nach der Gesundheitsprüfung tatsächlich aussehen.
Annahmequoten bei Studierenden im Master